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Deutschland und Paraguay: Bilaterale Beziehungen

01.10.2020 - Artikel

Deutschland begleitete Paraguay insbesondere nach dem Ende der Diktatur auf dem Weg zur Demokratie sowohl bei der Aufarbeitung der während der Diktatur begangenen Menschenrechtsverbrechen als auch bei juristischen Reformen, teils nach deutschem Vorbild. Das Deutschlandbild in Paraguay ist besonders positiv. Viele deutsche Einwanderer (Stand 2019: rund 26.000 Personen) trugen und tragen zum Aufbau des Landes bei, das entwicklungs- und kulturpolitische Engagement der Bundesregierung wird anerkannt.

Insbesondere über dessen Zugehörigkeit zur Freihandelszone Mercosur haben sich die Beziehungen Paraguays zur Europäischen Union in den letzten Jahren ständig verstärkt. Unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind Spanien und Deutschland besonders wichtige Partner. Der Handelsaustausch mit Deutschland beläuft sich pro Jahr auf circa 300 Millionen Euro. Aus Deutschland werden vor allem Kfz-Teile, Maschinen und chemische Erzeugnisse exportiert (circa 171 Millionen Euro) und umgekehrt vor allem Rohstoffe, insbesondere Ölsaaten und –früchte aus Paraguay importiert (circa 99 Millionen Euro). Berücksichtigt man auch die Lieferungen deutscher Zweigunternehmen in Brasilien, Argentinien oder den USA nach Paraguay, so ergibt sich eine weit höhere deutsche Marktdurchdringung.

Paraguay ist eines der ärmsten Länder Südamerikas mit großen sozioökonomischen Ungleichgewichten, auch wenn die Armut in den Jahren seit 2003 fast halbiert werden konnte. Allerdings hat sich diese positive Entwicklung seit 2012 verlangsamt; immer noch gelten 20-25% der Bevölkerung als arm. Deutschland führt zunächst noch die Entwicklungszusammenarbeit mit Paraguay mit den Schwerpunkten ländliche Entwicklung und nachhaltiges Ressourcenmanagement fort. Ergänzt werden diese durch Maßnahmen im Bereich der beruflichen Bildung. Verstärkt finden Dreiecksprojekte mit anderen Ländern der Region zugunsten Paraguays statt.

Das Deutsch-Paraguayische Kulturinstitut (Goethe-Zentrum) in Asunción leistet mit seinem vielfältigen Angebot an Sprachkursen und Kulturveranstaltungen einen anerkannten Beitrag zum kulturellen Leben der Hauptstadt. In den letzten Jahren wurden verstärkt Projekte zum Kulturerhalt mit Mitteln der Bundesregierung gefördert.


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Iguazu-Wasserfall
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