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Wirtschaft

05.07.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Wirtschaftsstruktur

Paraguay ist ein agrarisch geprägtes Entwicklungsland mit einer Marktwirtschaft, die von einem großen öffentlichen Sektor (personalintensive Staatsverwaltung und große Staatsmonopolbetriebe) sowie einem beträchtlichen informellen Sektor (einschließlich Schmuggel und Markenpiraterie) bestimmt ist. Paraguay ist eines der ärmsten Länder Südamerikas (BIP pro Kopf 4.078 USD für das Jahr 2016) mit großen sozioökonomischen Ungleichgewichten. Bei seiner Amtsübernahme im August 2013 hatte Präsident Cartes den „Krieg gegen die Armut“ zu einem seiner Hauptziele erklärt. Mitte Juni 2017 veröffentlichte die Regierung aktuelle Statistiken, die belegen, dass die Armutszahlen während der Amtsperiode von Präsident Cartes noch einmal leicht gestiegen sind.
Schwerpunkte bleiben Landwirtschaft (vor allem Soja und Rindfleisch) und Dienstleistungen. Die Industrie entwickelt sich bisher noch recht langsam von einem niedrigen Ausgangsniveau, weshalb positive Arbeitsmarkteffekte bislang vergleichsweise schwach sind. Dies erschwert die Verringerung der großen sozioökonomischen Gegensätze. Durch die Förderung ausländischer Direktinvestitionen versucht die Regierung, Abhilfe zu schaffen. Es gibt ein wachsendes Interesse ausländischer Firmen, vor allem mit Sitz in Brasilien, Zulieferbetriebe zu errichten. Motive sind neben günstigeren Arbeits- und Energiekosten eine wirtschaftsfreundliche Gesetzgebung sowie der einfache Zugang zum Mercosur-Partner Brasilien. Hindernisse bleiben dagegen die hohe Korruption, ein mangelhaftes Rechtssystem, eine defizitäre Infrastruktur sowie der Mangel an Fachkräften. Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen betrug im Jahr 2016 320 Mio. USD gegenüber 305 Mio. USD aus 2015. (dabei aus Deutschland  9,8 Mio. USD Der Bestand ausländischer Investitionen nahm um rd. 1 Mrd. USD (-18,9%) auf 4,41 Mrd. USD ab. Wichtigste Herkunftsländer sind die USA (26,5%), Brasilien (18,7%), Spanien (8,7%) und die Niederlande (7,7%).

Aktuelle Wirtschaftslage

Die paraguayische Wirtschaft konnte sich in einem in den letzten Jahren schwierigen regionalen Umfeld  gut behaupten. Haupttreiber der wirtschaftlichen Entwicklung waren der Bausektor,  eine günstige Entwicklung der Stromerzeugung (binationale Wasserkraftwerke), und die Landwirtschaft (verbesserte Sojapreise). Das  Jahresergebnis für 2017 beläuft sich auf +4,2%, ( PRY Zentralbank) womit die  Prognosen vom Jahresanfang um etwa einen Prozentpunkt deutlich übertroffen wurden. Zu dieser positiven Entwicklung trug unter anderem eine gewisse Stabilisierung der Wirtschaftslage in Brasilien und eine deutliche Belebung des Wirtschaftsaustauschs mit Argentinien bei, nachdem dort die Regierung gewechselt hatte.

Besonders im Grenzhandel hat sich durch einen Anstieg des brasilianischen Real und des argentinischen Peso die zuvor schwierige Lage auf der paraguayischen Seite deutlich verbessert. 

Der erhebliche Rückgang der Ausfuhren im Jahr 2015 konnte 2016 gestoppt werden (+2,7%), während die Importe weiter leicht rückläufig waren (-0,7%). Durch den Unterschied von Ein- und Ausfuhrentwicklung stieg der Handelsüberschuss 2016 um 133,9% auf 1,358 Mrd. USD. Die Importseite war vom anhaltenden Ölpreisrückgang und starken Nachfragerückgängen bei Kfz, landwirtschaftlichen und anderen Maschinen gekennzeichnet. Bei den Ausfuhren entwickelten sich die beiden wichtigsten Positionen Strom und Soja/ Sojaprodukte positiv, während Fleisch und Getreide Einbußen verzeichnen.

Paraguays Staatsfinanzen sind grundsätzlich gesund. Der Haushalt für 2018(ca. 13 Mrd USD)  wurde angenommen.

Ende 2016 betrug die öffentliche Bruttoverschuldung 6,294 Mrd. USD, was 23,1% des BIP entsprach. Es gibt Stimmen im Land, die sich besorgt über das Tempo der Erhöhung der Staatsverschuldung äußern, was von der Regierung und internationalen Finanzinstitutionen zurückgewiesen wird.

Ende 2017 beliefen sich die Devisenreserven auf 7,504 Mrd. USD. Dies entsprach einem Zuwachs von 11% oder rd. 600 Mio. USD im Vergleich zum Vorjahr. Mit etwa 25% des BIP ist das Devisenpolster das zweithöchste in Südamerika.

Die Inflation belief sich 2017, wie schon 2016, auf gut 4%.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

 


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